Im sehr gut gefüllten Bamberger Jazzclub las ich auf Einladung des Bamberger Literaturfestivals (BamLit) aus dem „Küssen“-Buch. Schauspielintendant Jan Burdinski steuerte Kuss-Gedichte bei, und musikalische Intermezzi am Flügel gab es auch noch. Ein Happening!
Die Tageszeitung „Fränkischer Tag“ hatte die Lesung schon im Vorfeld zum „Highlight der Woche“ geadelt. Der Jazzclub war mein Wunschort für diese Lesung in der alten Heimat Bamberg, denn in diesem Keller in der Ausgehmeile Sandstraße habe ich wichtige Teile meiner Jugend verbracht. Entsprechend habe ich auch nicht nur aus dem „Küssen“-Buch vorgetragen, sondern auch am Flügel die entsprechenden Schmachtfetzen des Jazz zum Thema eigenhändig zu Gehör gebracht. Einen Stargast konnte ich auch noch vorstellen: Der Schauspieler Jan Burdinski, Intendant des Fränkischen Sommertheaters, las passend Gedichte zum Thema Küssen vor. Nicht nur das literaturinteressierte Bamberger Publikum, sondern natürlich auch viele alte Freundinnen und Freunde aus der Schulzeit waren erschienen. Darum auch für mich ein persönliches Highlight des Jahres.
Die Stadtzeitung „Fränkische Nacht“ war zugegen und urteilte über die Lesung:
Der gebürtige Bamberger Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter stellte am Donnerstagabend im Bamberger Jazzclub heiter, vergnüglich und beschwingt mit einem „Best of“ seinen lesenswerten Bestseller „Küssen – eine berührende Kommunikationsart“ vor. Mit verblüffenden Beispielen aus Kunst, Religion, Geschichte, Wissenschaft, Film und Literatur. Eine BamLit 25-Veranstaltung einfach zum Knutschen.
Der fränkische „Kussologe“, jetzt im Rheinland lebend, führte sein fasziniertes Publikum wortgewaltig und mit gekonnter Mimik durch die komplexe Geschichte der nonverbalen, zuweilen feuchten Kommunikation – von den Römern, den „Kussweltmeistern“ der Antike, bis hin zur Neuzeit, in der der Autor eher einen Abgesang des Küssens befürchtet. (…)
Haarkötters Auftritt war ein Comeback an alter Wirkungsstätte. Im Jazzclub, bekannte der Professor augenzwinkernd, habe er sich manche Nacht um die Ohren geschlagen, auch ein Auftritt mit seiner damaligen Jazzband war ihm noch erinnerlich. Kein Wunder, dass Haarkötter seine Lesung mit Kussliedern am Flügel verjazzte und seinen Schauspielerfreund Jan Burdinski, Intendant des „Fränkischen Sommertheaters“, zum Vortrag von Liebesgedichten animierte. Literarisch ungeküsst ging so niemand hinaus in die fränkische Nacht.
(Thomas Pregl, „Fränkische Nacht“)
(Disclaimer: Tatsächlich bin ich nicht in Bamberg geboren, sondern als Schüler aus dem Rheinland nach Bamberg verfrachtet worden — also schon seit Kindheit ein Wanderer zwischen den Welten …)





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